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Risiko Nahrungs-ergänzungs-mittel (NEM)

Als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet man Lebensmittel, die dazu bestimmt sind, die allgemeine Ernährung zu ergänzen, und eine ernährungsspezifische oder physiologische Wirkung haben. Meist werden sie als völlig unbedenklich eingeschätzt, einige Trainer oder Betreuer raten sogar zur Einnahme von NEM. Auf den ersten Blick scheint es auch nicht weiter schlimm, ein paar mehr Vitamine oder Mineralien einzunehmen, um zum Beispiel das Immunsystem zu unterstützen. Doch als Leistungssportler musst du genauer hinsehen. Denn was viele nicht wissen: NEM können mit dopingrelevanten Substanzen verunreinigt sein. Man spricht hierbei von einer Kontaminierung. Diese verbotenen Substanzen stehen natürlich nicht auf der Verpackung, vielleicht weiß der Hersteller auch gar nicht, dass sein Produkt nicht sauber ist. So kannst auch du nicht wissen, welche Wirkungen oder Nebenwirkungen davon ausgehen. Für dich kann es aber erhebliche Folgen haben, falls du aufgrund eines solchen verunreinigten Mittels  positiv getestet wirst.

NEM? Muss man nicht nehmen!

Die NADA rät generell von einer unreflektierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ab! Über eine ausgewogene, sportgerechte Ernährung kannst du alle Vitamine und Nährstoffe, die du benötigst, aufnehmen. In manchen Fällen ist es sinnvoll, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. An den Olympiastützpunkten werden solche Beratungen angeboten, frag doch einfach mal nach. Wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt, solltest du auf Medikamente aus der Apotheke zurückgreifen, weil sie wesentlich höheren Qualitätsstandards unterliegen, als im Supermarkt oder der Drogerie frei verkäufliche Präparate. Ein Apotheker berät dich auch bzgl. der Dosierung, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und mit welcher Kombination mit Lebensmitteln der Nährstoff besser aufgenommen werden kann.

Positive Befunde im Labor nachgewiesen!

Nach Untersuchungen des Institutes für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln wiesen von 634 getesteten Nahrungsergänzungsmitteln ganze 94 (14,8 %) positive Befunde für verbotene anabol-androgene Steroide auf, die nicht auf der Packung deklariert waren. Die positiven NEM stammten von Firmen aus den USA, den Niederlanden, Großbritannien, Italien und Deutschland.

Labor-Urintests mit verunreinigten NEM führten zu positiven Dopingbefunden vor allem für Norandrosteron. Ausländische Präparate, die zum Beispiel unter den Namen Chrysin, Guarana oder Tribulus Terrestis gehandelt werden, verbotene Substanzen enthalten. Bei asiatischen Tees musst du zudem auf Beimengungen von Ephedrin aufpassen!

Böse Überraschung

Konsumierst Du Nahrungsergänzungsmittel mit den beschriebenen Beimengungen, können anschließend abgegebene Urinproben positive Analysenbefunde wie bei der Einnahme von verbotenen Anabolika (z.B. von Nandrolon) liefern. Nach dem gültigen Dopingreglement erfüllt dies den Tatbestand des Dopings. Daher wird eindringlich vor der Anwendung von NEM gewarnt: Das Risiko trägst nämlich du als Athletin oder Athlet. Euch bleibt allenfalls eine Schadensersatzklage gegen den Hersteller, wenn du nachweisen kannst, dass der positive Befund auf die Einnahme entsprechender Präparate zurückzuführen ist.