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Verbotene Substanzen

Alle Substanzklassen und die wichtigsten Substanzen werden in dieser Rubrik beschrieben. Jede Substanz, die einer der verbotenen Substanzklassen angehört, ist verboten. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte sich daher vorher vergewissern, dass sie keine verbotenen Substanzen enthalten. Prüfe die körperlichen Folgen von Dopingmitteln in der Bodymap

S0 - Nicht zugelassene Substanzen

Dies sind Arzneimittel, die zurzeit nicht durch eine staatliche Gesundheitsbehörde für die therapeutische Anwendung beim Menschen zugelassen sind (z.B. Tiermedikamente). Sie sind jederzeit, in und außerhalb  von Wettkämpfen, verboten.

S1 - Anabole Substanzen

Anabol bedeutet „den Aufbau betreffend“, daher kommt auch der Name: Anabolika. Die „klassischen“ Anabolika sind sogenannte Steroidhormone, kurz: Steroide, die dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähneln. Sie fördern die Eiweißherstellung in den Muskelzellen und bewirken damit den Aufbau von mehr Muskelmasse. Testosteron hat neben der anabolen auch noch eine androgene Wirkung. Diese bezeichnet die Ausreifung der typisch männlichen Geschlechtsmerkmale wie z.B. eine stärkere Körperbehaarung oder eine tiefe Stimme. Da diese unterschiedlichen Wirkungsweisen immer zusammenhängen, spricht man auch von anabol androgenen Steroidhormonen (AAS).

Die gebräuchlichsten synthetischen Steroidhormone sind Nandrolon, Methandienon und Stanozolol. Alle Anabolika sind jederzeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verboten.

S2 – Peptidhormone, Wachstumsfaktoren und verwandte Substanzen

In dieser Kategorie ist eine Gruppe von Hormonen zusammengefasst, die ganz natürlich im menschlichen Organismus produziert wird, aber auch synthetisch hergestellt werden kann. Dazu gehören Erythropoietin (EPO), Somatotropin (HGH) und Choriongonadotropin (HCG). Auch das Insulin zählt zu den verbotenen Peptidhormonen

EPO ist ein Hormon, das in der Niere gebildet wird und die Aufgabe hat, die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu regulieren. Über die Blutbahn wird das Hormon von der Niere bis zum Knochenmark transportiert, wo es die Bildung neuer Erythrozyten anregt. Die roten Blutkörperchen sind für den Sauerstofftransport von den Lungenbläschen ins Gewebe zuständig.

Somatotropin (hGH, Human Growth Hormone) ist, wie die englische Bezeichnung schon sagt, ein Wachstumshormon. Gebildet wird es in einem Teil des Gehirns. Über das Blut gelangt das Hormon zu den Zellen, wo es seine Wirkung entfalten kann. Somatotropin beschleunigt die Teilung der Zellen, bewirkt also das Wachstum. Zu medizinischen Zwecken wird Somatotropin bei Kindern mit Zwergwuchs eingesetzt. Im Leistungssport setzt man auf die anabole Wirkung des HGH.

Das Schwangerschaftshormon HCG hat nur bei Männern eine leistungssteigernde Wirkung und ist deshalb nur für männliche Athleten verboten.

Die Abkürzung HCG steht für Humanes Choriongonadotropin. Dieses Hormon wird im ersten Drittel der Schwangerschaft zunächst in der befruchteten Eizelle und später im Mutterkuchen gebildet. Es steuert die Ausschüttung des Progesterons, eines Hormons, das während der Schwangerschaft die Reifung weiterer Eizellen verhindert und für die Entwicklung der Milchdrüsen wichtig ist. Das HCG wird mit dem Urin ausgeschieden.

Bei Männern bewirkt HCG eine vermehrte Ausschüttung von Testosteron. Damit hat es eine leistungssteigernde Wirkung und ist deshalb als Dopingsubstanz für Männer verboten. Da der männliche Organismus so gut wie kein HCG selbst produziert, lässt sich Doping mit HCG im Urin zweifelsfrei nachweisen.

S3 - Beta-2-Agonisten

Beta-2-Agonisten werden als Spray zur Inhalation in der Behandlung von Asthma eingesetzt. Alle Beta-2-Agonisten mit Ausnahme von drei Mitteln sind genehmigungspflichtig. Durch die Bronchien erweiternde Wirkung, wird davon ausgegangen, dass mehr Sauerstoff ins Blut gelangen kann. Angehörige des Registered Testpool (RTP) und des Nationalen Testpools (NTP) müssen dafür bei der NADA eine Medizinische Ausnahmegenehmigung beantragen. Wer keinem Testpool angehört, benötigt in Deutschland nur ein Attest für diese Substanzen. Sportlerinnen und Sportler, die dem Allgemeinen Testpool (ATP) angehören, erhalten im Fall einer positiven Probe aufgrund dieser Substanzen nach Vorlage der Krankenakte ggf. eine rückwirkende Genehmigung. In jedem Fall muss eine Behandlung auch mit den mittlerweile erlaubten Beta-2-Agonisten im Kontrollformular angegeben werden. Das gilt auch für den inhalativen Gebrauch von Glukokortikoiden (=Kortison) und orthopädische Kortisonbehandlungen.

Für die drei genannten Mittel ist keine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Salbutamol darf aber nur bis zu einer Dosis von 1.600 µg in 24 Stunden angewandt werden, das entspricht je nach Präparat 8 oder 16 Hüben. Für Formoterol gilt eine zulässige Höchstdosis von 54 µg in 24 Stunden. Für eine höhere Dosierung ist eine Medizinische Ausnahmegenehmigung nötig.

S4 – Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Es handelt sich bei dieser Klasse nicht um Hormone im eigentlichen Sinne, sondern um Substanzen, die die Aktivität und Wirkung von Hormonen beeinflussen und in den Stoffwechsel eingreifen. Hormon-Antagonisten werden von männlichen Athleten benutzt, um unerwünschte Nebenwirkungen von Anabolika zu vermeiden. Antagonisten sind „Gegenspieler“, und wirken, wie der Name schon sagt, entgegen etwas. Denn Anabolika wandeln sich bei Männern im Stoffwechselprozess in Östrogene (weibliche Hormone) um. Der Missbrauch von Anabolika kann daher bei Männern eine unnatürliche Vergrößerung der Brust (Gynäkomastie) oder Verkleinerung der Hoden bewirken. Antiöstrogene als Antagonisten eingesetzt sollen das Östrogen reduzieren um diesen Effekten entgegen zu wirken. Es wird außerdem vermutet, dass Antiöstrogene den Testosteronspiegel im Blut erhöhen. Antiöstrogene sind zu jeder Zeit, in und außerhalb von Wettkämpfen, verboten, auch für Frauen.

AICAR fördert indirekt die Energiebereitstellung durch die Aktivierung von bestimmten Enzymen. Dieser Eingriff in den Energie- und Fettstoffwechsel wirkt sich Tierversuchen zufolge positiv auf die Ausdauerleistungsfähigkeit aus.

GW1516 hat einen ähnlichen Effekt wie AICAR und sollte eigentlich als Medikament auf den Markt kommen. Nach Tierversuchen mit GW1516 wurde in den Versuchstieren in allen Organen Krebstumore gefunden. Wegen dieser schlimmen Nebenwirkungen wurde die Entwicklung von GW1516 als Medikament abgebrochen.

S5 - Diuretika und andere Maskierungsmittel

Diuretika sind Substanzen, die auf die Nieren einwirken und zu einer vermehrten Harnausscheidung führen. Durch die Anwendung von Diuretika können Urinproben "verwässert" werden, sodass ein Nachweis von Dopingsubstanzen nicht mehr möglich ist. Sie werden daher auch als „Maskierungsmittel“ bezeichnet.

Bei einigen Sportarten können Diuretika noch eine andere Funktion erfüllen: Durch die vermehrte Wasserausscheidung kann innerhalb kurzer Zeit eine beachtliche Reduzierung des Körpergewichts erreicht werden. Bei Sportarten mit Gewichteinteilung wie Boxen oder Ringen kann so die Einstufung in eine niedrigere Gewichtsklasse erfolgen. Nehmen die Sportler dann kurz vor dem Wettkampf wieder zu, haben sie innerhalb der ihnen zugeteilten Gewichtsklasse natürlich einen klaren Vorteil.

Probenecid ist eine Substanz, die die Ausscheidung von Harnsäure durch den Urin verstärkt. Deshalb wird es zur Behandlung von Gicht eingesetzt, da diese Erkrankung auf einer verminderten Harnsäureausscheidung beruht. Der maskierende Effekt von Probenecid ist, dass es zahlreiche Substanzen im Körper zurück hält, die dann nicht mit dem Urin ausgeschieden werden. Folglich kann eine verbotene Substanz dann auch nicht in der Probe gefunden werden. Das gilt auch für Anabolika.

Plasma-Expander erhöhen das Gesamtblutvolumen. Dadurch sinkt der Bestandteil der festen Blutbestandteile, der sogenannte Hämatokrit-Wert. Dies soll den Nachweis von EPO erschweren, da durch den Gebrauch von EPO die festen Bestandteile (rote Blutkörperchen) des Bluts unnatürlich erhöht werden). Die Verabreichung von Plasma-Expandern ist daher im Leistungssport verboten.

S6 - Stimulanzien

Stimulanzien sind Aufputschmittel, die sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden kurzfristig verbessern. Zu dieser Substanzklasse gehören z.B. Drogen wie Amphetamin, Kokain und Ecstasy. Die Wirkung der Stimulanzien ist vergleichbar mit der Wirkung körpereigener Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin. Sie helfen, Müdigkeit zu überwinden, erhöhen die Aktivität der Nerven, steigern die Aufmerksamkeit und das Selbstbewusstsein. Stimulanzien führen dem Körper jedoch keine Energie zu, sondern ermöglichen es, die Energiereserven des Organismus bis zur Erschöpfung auszubeuten. Stimulanzien sind im Wettkampf verboten.

Amphetamine bewirken zum einen, dass das Adrenalin länger im Blut bleibt, zum anderen wirken sie anregend auf die Zielzellen selbst. Die Effekte dieser gesteigerten Aktivierung des Nervensystems sind vor allem eine höhere Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft. Dabei wird Müdigkeit unterdrückt und die Koordination von monotonen Abläufen verbessert.

Kokain wird aus den Blättern des in Südamerika beheimateten Cocastrauchs gewonnen, der übrigens auch Namensgeber für ein sehr bekanntes Erfrischungsgetränk ist. Bei den Andenvölkern werden Cocablätter seit Jahrhunderten als Heilmittel und zu kultischen Zwecken verwendet. Wegen seiner Nebenwirkungen zählt reines Kokain zu den illegalen Drogen.

Kokain entfaltet im Zentralnervensystem (ZNS) eine anregende, stimmungsaufhellende Wirkung bis hin zur Euphorie. Es kommt zu einer Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz; Hunger und Müdigkeit werden unterdrückt. Es entsteht ein Gefühl von gesteigerter Leistungsfähigkeit und Aktivität. Vor allem deshalb wird Kokain auch als Dopingmittel im Leistungssport verwendet. Kokain wird als Rauschdroge geschnupft, gespritzt oder (als sogenanntes Crack) geraucht.

Die schnell einsetzenden berauschenden Gefühle nach dem Konsum von Kokain klingen genauso schnell wieder ab. Die folgende Niedergeschlagenheit verleitet dazu, schon kurze Zeit später erneut zur Droge zu greifen. Aus diesem Grund führt Kokain schnell zu einer psychischen Abhängigkeit. Neben der Überlastung des Herz-Kreislaufsystems und der Sucht kann es bei regelmäßigem Konsum durch die Unterdrückung von Hunger und Müdigkeit zu massiven Mangelerscheinungen kommen.

Ecstasy ist eine Designerdroge und wurde in den USA entwickelt. Die in Ecstasy enthaltene Substanz Methylendioxymethylamphetamin (MDMA) gehört zu den Amphetaminen. Aber die Tabletten und Kapseln, die in den Drogenlaboren hergestellt werden, enthalten häufig synthetische Formen der Substanz mit einer stark halluzinogenen Wirkung, und die Substanzmenge kann sehr unterschiedlich sein.

Ähnlich den Amphetaminen bewirkt Ecstasy eine Erhöhung von Blutdruck, Puls- und Atemfrequenz. Es hat eine euphorisierende Wirkung; Hunger, Durst und Schmerzempfinden werden reduziert. Unmittelbare Nebenwirkungen sind Herz- und Kreislaufstörungen, ein Anstieg der Körpertemperatur und die damit - insbesondere bei körperlicher Verausgabung - verbundene Austrocknung, die zu Krampfanfällen führen kann. Außerdem kann es zu massiven und andauernden psychotischen Störungen kommen.

Ephedrin ist eine Substanz aus einer chinesischen Pflanze der Gattung Ephedra. Von seiner chemischen Struktur ist es dem Amphetamin ebenso ähnlich wie den körpereigenen Hormonen Adrenalin und Noradrenalin. In der Medizin finden Ephedrin und verwandte Stoffe wie Pseudoephedrin, Methylephedrin und Cathin vor allem bei Erkältungskrankheiten zum Abschwellen der Nasenschleimhaut Verwendung. Ephedrin kann aber auch zur Leistungssteigerung missbraucht werden, da es die Bronchien weitet, die Herzfrequenz erhöht und anregend auf das Zentralnervensystem wirkt. Aus diesem Grunde ist es bei Wettkämpfen grundsätzlich verboten.

Pseudoephedrin wirkt ähnlich wie Ephedrin und ist in dem Erkältungsmittel Aspirin Complex enthalten. Um den therapeutischen Gebrauch des Mittels zu ermöglichen, wird ein Grenzwert von 150 µg pro Milliliter Urin festgelegt. Weil es individuell sehr unterschiedlich lange dauern kann, bis die Substanz im Körper abgebaut ist, rät die NADA aber grundsätzlich vom Gebrauch von Produkten ab, die Pseudoephedrin enthalten.

S7 - Narkotika

Zu den Narkotika gehören stark wirksame Schmerzmittel. Die Einnahme solcher Mittel ist mit einer hohen Suchtgefahr verbunden.

Zur Gruppe der Narkotika gehören die sogenannten opioidartigen Schmerzmittel vom Morphintyp. Morphium wird aus Opium gewonnen. Narkotika werden wegen ihrer schmerzstillenden Wirkung als Doping bei schmerzverursachenden Sportarten wie etwa im Kampfsport verwendet. Sie werden aber auch mit Stimulanzien kombiniert und können deren Wirkung verstärken. Im Radrennsport erlangte der Pot belge (belgischer Pott) traurige Berühmtheit - dahinter verbirgt sich eine gefährliche Mischung aus Heroin, Amphetamin, Kokain und weiteren Substanzen. Dieser Cocktail steigert die Leistungsbereitschaft und Leidensfähigkeit ins Maßlose, sodass die Betroffenen ihre Grenzen nicht mehr wahrnehmen und sich völlig verausgaben.

Heroin (Diamorphin), Morphin (Morphium) und Methadon sind die bekanntesten verbotenen Narkotika. Neben den lebensgefährlichen Folgen einer Überdosierung wie Atemlähmungen und Kreislaufversagen birgt die Einnahme von Narkotika immer die Gefahr einer starken körperlichen und psychischen Abhängigkeit. Die missbräuchliche Anwendung und der unbefugte Handel mit Narkotika stellen daher auch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz dar.

S8 - Cannabinoide

Cannabinoide sind Substanzen wie Haschisch oder Marihuana, die den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten - auch die synthetisch hergestellten Cannabinomimetika gehören dazu („Spice“). Sie werden aus dem indischen Hanf gewonnen oder künstlich hergestellt. Das THC entfaltet seine Wirkung an sogenannten Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn. Allgemein wird die Wirkung als entspannend und stimmungsaufhellend beschrieben.

Der Gebrauch von Cannabis führt nicht zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung erleben Konsumenten jedoch häufig eine innere Distanzierung von der aktuellen Situation. Dieser Effekt kann zu einer höheren Risikobereitschaft und damit auch zu besseren Wettkampfergebnissen führen. Er kann aber auch bewirken, dass die Athletin oder der Athlet sich und andere gefährdet. Vor allem im Motor- und Skisport und anderen, ähnlich gefährlichen Sportarten ergibt sich daraus ein höheres Unfallrisiko. Aus diesen Gründen wurde Cannabis 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee verboten.

Cannabinoide aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn. Die Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin wird angeregt, wodurch im Gehirn angenehme Gefühle der Selbstbestätigung und des Wohlbefindens entstehen.

Finde heraus, warum Cannabinoide zu den Dopingfallen gehört

S9 - Glukokortikoide

Glukokortikoide gehören zu den Steroidhormonen. Sie sind in vielen Medikamenten enthalten und werden im Leistungssport oft missbräuchlich verwendet. Die Wirkung der Glukokortikoide ist im Sport interessant, da sie schmerzstillend und entzündungshemmend wirken.

Glukokortikoide sind Hormone, die in der Nebennierenrinde gebildet werden. Substanzen wie Cortison oder Cortisol regulieren den Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel.

Therapeutisch sind die  Glukokortikoide vielfältig verwendbar, beispielsweise zur Behandlung von Allergien, Asthma und Entzündungen. Sie schwächen bzw. unterdrücken außerdem die Immunabwehr. Das kann bei der Behandlung sogenannter Autoimmunerkrankungen wie Rheuma sinnvoll sein oder nach einer Transplantation, um zum Beispiel die Abstoßung einer Spenderniere zu verhindern.

Glukokortikoide wurden auf die Liste der verbotenen Substanzen gesetzt, nachdem sie von Athletinnen und Athleten bei einigen Sportarten ohne medizinische Begründung eingenommen und sogar gespritzt wurden. Glukokortikoide bewirken zwar keine unmittelbare Leistungssteigerung; sie können durch die Unterdrückung der Immunabwehr den Körper sogar eher schwächen. Andererseits haben Glukokortikoide jedoch eine leicht euphorisierende Wirkung und können Müdigkeit und Schmerzempfinden unterdrücken.

Die systemische Anwendung von Kortison, also in Tablettenform, als Zäpfchen, intravenös oder intramuskulär gespritzt, ist im Wettkampf verboten. Nur bei schwerwiegenden, chronischen Krankheiten wird eine Anwendung gestattet, diese muss aber durch eine Medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) genehmigt sein. Die Anwendung in medizinischen Notfällen sollte der NADA sofort gemeldet werden. Auch wenn du wegen einer Therapie außerhalb des Wettkampfs Kortison in der beschriebenen Form anwendest, solltest du vor einem Wettkampf wegen der zum Teil langen Nachweisbarkeit eine medizinische Ausnahmegenehmigung beantragen. Athletinnen und Athleten, die keinem Testpool angehören und nicht in einer Liga spielen, brauchen für die systemische Anwendung von Glukokortikosteroiden in Deutschland nur ein ärztliches Attest, das sie bei einer Dopingkontrolle vorlegen müssen.

In manchen Sportarten verbotene Substanzen

Alkohol und Beta-blocker sind Substanzen, die nur bei einigen Sportarten verboten sind. Die Verbotsliste der WADA listet alle Sportverbände auf, die für ihre Sportart den Konsum von Alkohol oder die Einnahme von Beta-blockern während eines Wettkampfs verbieten.

Alkohol und Beta-blocker bewirken zwar keine Leistungssteigerung; beide haben aber eine beruhigende Wirkung, helfen gegen Wettkampfnervosität und zitternde Hände. Im Wettkampf verboten sind sie deshalb in Sportarten, bei denen eine hohe Konzentration, innere Ruhe und eine "ruhige Hand" erforderlich sind.

Beta-blocker kommen als Medikamente gegen Bluthochdruck, Migräne, Herzrhythmusstörungen und Herzasthma zum Einsatz. Dennoch gibt es bei den in der Verbotsliste aufgeführten Sportarten auch keine therapeutische Ausnahmegenehmigung für Beta-blocker bei Wettkämpfen. Die Medizinische Kommission des internationalen Olympischen Komitees begründet dies damit, dass für die Behandlung der genannten Erkrankungen inzwischen zahlreiche ebenso wirksame Medikamente als Alternativen zur Verfügung stehen.