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Der NADA-Code

Wie kam es zum Dopingverbot?

Es ist Freitag der 13. Juli 1967. Die Fahrer der Tour de  France müssen einen dieser berüchtigten Berge überwinden. Unter ihnen befindet sich auch einer der Favoriten: Tom Simpson aus England. Der Engländer hatte auf den vergangenen Etappen ein wenig Pech mit einer Magenverstimmung und sah nun, auf Platz sechs gelegen, seine Chancen schwinden, die Tour doch noch zu gewinnen. Bei mehr als 40 Grad im Schatten kämpft er am Mont Ventoux nicht nur gegen seine Gegner, gegen 1600 Meter  Höhenunterschied und bis zu elf Prozent Steigung: Auch ein Cocktail aus Alkohol und Amphetaminen in seinem Körper macht ihm zu schaffen. Auf den letzten Kilometern kann er sich kaum noch im Sattel halten und braucht die gesamte Breite der Straße, da er nur noch im Zick-Zack-Kurs vorwärts kommt. Anderthalb Kilometer vor dem Gipfel kann sich der immer langsamer werdende Simpson nicht mehr halten und fällt wie in Zeitlupe mit seinem Rad um. Von Ehrgeiz getrieben, fordert er die herbeigeeilten Zuschauer auf, ihm wieder aufs Rad zu helfen, doch schon kurze Zeit später fällt er wieder vom Rad. Diesmal bleibt er liegen. Als das Ärzteteam bei ihm eintrifft, ist es schon zu spät. Auch Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung können Simpson nicht mehr retten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) musste handeln.

Wie hat sich das Dopingverbot entwickelt?

Nach der Tragödie in Frankreich wurde eine Kommission gegründet, die überprüfen sollte, ob Sportler verbotene Substanzen zu sich nehmen – das Ergebnis lautete: leider zu häufig ja. 1968 wurden deshalb die ersten Dopingkontrollen bei Olympischen Spielen durchgeführt. Mit der Zeit wurde die Liste verbotener Mittel immer länger. Dazu kamen auch unerlaubte Methoden wie das Blutdoping und das Gendoping. Grundlage für ein Verbot ist dabei immer die Tatsache, dass eine Substanz oder eine Methode die sportliche Leistung steigern, die Gesundheit der Sportler gefährden und gegen den Geist des Sports verstoßen. Mindestens zwei dieser drei Kriterien müssen dabei erfüllt sein.

Die Geburt des NADA-Codes

Im fairen Sport müssen sich alle an die Spielregeln halten – das gilt auch beim Thema Doping. Der Anti-Doping-Code der WADA ist ein einheitliches Regelwerk und dient der Harmonisierung der Anti-Doping-Arbeit weltweit. Er wurde im Jahr 2003 eingeführt und gilt als einer der wichtigsten Meilensteine für fairen und sauberen Sport. Der nationale Anti-Doping-Code der NADA ist die deutschlandweite Umsetzung und wurde 2004 erstmals veröffentlicht. Um aktuellen Anforderungen gerecht zu werden, wurde der Anti-Doping-Code für das Jahr 2015 grundlegend überarbeitet. Das zukünftige Regelwerk ist gerechter, flexibler, schärfer und schlanker. Eine der wichtigsten Änderungen ist die Einfügung neuer Verbotstatbestände.