Dopingfallen 1 lauern auch im Alltag. Informiert euch über die Hausapotheke 2 und Nahrungs­ergänzungs­mittel 3

1 Alltag als Leistungssportler

Dopingfallen

Auch nach dem Training oder dem Wettkampf müssen Leistungssportler auf einige Dinge mehr achtgeben, als andere Menschen. Denn mit dopingrelevanten Substanzen kommt man oft schneller in Verbindung, als man annehmen könnte. Schon ein Hustensaft oder ein Protein-Shake kann unter Umständen unerfreuliche Folgen haben. Solche Versehen wollen wir vermeiden und dir aktiv dabei helfen mit diesen Alltagssituationen als Leistungssportler richtig umzugehen.

 

Neben den beschriebenen Situationen, die unwissentlich entstehen können, wird übrigens auch die Droge Cannabis zu den Dopingfallen gezählt. Cannabis ist in Deutschland eine illegale Droge, deren Besitz gesetzlich verboten ist. Im Sport ist Cannabis als Dopingsubstanz im Wettkampf verboten. Wegen des Einflusses auf die Wahrnehmung und des Abschätzens von Risiken, sind es vor allem Sicherheitsgründe, die die Droge zur verbotenen Substanz machen. Eine Dopingfalle, die übrigens nicht zu verharmlosen ist: Der Wirkstoff ist noch über Wochen hinweg bei der Analyse nachweisbar.

2 Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen

Vorsicht mit der Hausapotheke

Bei Erkältung empfohlen, aber im Wettkampf verboten: Auch in Medikamenten aus deiner Hausapotheke, selbst bei homöopathischer Arznei, können verbotene Substanzen enthalten sein. Bei einem positiven Analyseergebnis deiner Dopingkontrolle spielt es übrigens keine Rolle, ob deine Eltern oder auch dein Arzt dir das Medikament gegeben oder verschrieben haben. Du bist immer selbst dafür verantwortlich, was in deinen Körper gelangt. Deshalb kannst Du in unserer NADAmed alle Präparate checken, bevor Du versehentlich etwas Verbotenes nimmst.

Hier ist eine Auswahl bekannter Medikamente, bei denen Du aufpassen solltest:

  • 1.

    Der verschreibungspflichtige Hustensaft Spasmo-Mucosolvan® enthält die verbotene Substanz Clenbuterol. Der frei verkäufliche Hustensaft Mucosolvan® ist dagegen erlaubt.

  • 2.

    AspirinComplex® enthält das verbotene Pseudoephedrin. Alle übrigen Aspirin-Präparate sind erlaubt.

  • 3.

    Das Erkältungsmittel BoxaGrippal® enthält ebenfalls das im Wettkampf verbotene Pseudoephrin.

  • 4.

    Auch das Antiallergikum Reactine Duo® ist wegen Pseudoephedrin im Wettkampf verboten.

  • 5.

    WICK MediNait® enthält Ephedrin, die übrigen Wick-Präparate sind erlaubt.

  • 6.

    Das homöopathische NUX vomica® gegen Brechreiz und Übelkeit enthält das verbotene Strychnin.

3 Nahrungsergänzungsmittel, Diäten, Mohn

Verbotene Substanzen und Ernährung

Nahrungsergänzungsmittel sind im Sport, wie auch im Alltag vieler Menschen weit verbreitet. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Medikamente, sondern Lebensmittel, d.h. sie brauchen keine Zulassung und werden nicht auf gesundheitliche Unbedenklichkeit untersucht. Durch Verunreinigungen können sogar dopingrelevante Substanzen darin enthalten sein, das macht sie zur Dopingfalle. Gerade deshalb musst Du als Leistungssportler genauer hinsehen. Mehr Informationen zum richtigen Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln findest du im nächsten Kapitel. Schau dir hier die Broschüre des Deutschen Olympischen Sportbundes zum Thema Nahrungsergänzungsmittel an. Sie bietet dir einen tollen Faktencheck rund um das Thema.

Auch andere Lebensmittel werden manchmal mit dem Thema Doping in Verbindung gebracht, z.B. Mohnkuchen. Richtig ist: Mohnsamen, wie wir sie vom Brötchen oder vom Kuchen kennen, enthalten von Natur aus das auf der Verbotsliste stehende Betäubungsmittel Morphin. Das darin enthaltene Morphin ist jedoch sehr gering, so dass ein paar Körner – oder auch ein paar Brötchen - davon unbedenklich sind. Durch einen übermäßigen Verzehr kann die Konzentration jedoch steigen. Auch asiatische Tees, wie sie oft in Diäten genutzt werden, können eine Dopingfalle darstellen. Die Ma-Huang-Pflanze, die für solche Tees verwendet wird, enthält beispielsweise die verbotene Stimulanz Ephedrin. In chinesischen Schlankheitstees sind auch schon die Substanzen Oxilofrin oder Methylhexanamin gefunden worden, beide finden sich auf der Verbotsliste wieder.

Statement

"Sport macht Spaß, wenn er sauber ist." - Mieke Kröger

Kontakt

Nationale Anti Doping Agentur
Deutschland

Ressort Prävention

Heussallee 38
53113 Bonn

Fon: 0228 81 292 - 0
Fax: 0228 81 292 - 219
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